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Geschrieben habe ich schon immer. Begonnen hat diese Leidenschaft merkwürdigerweise, als mein Vater mir Schulaufsätze diktieren musste – einem Kind, das alles las, was es in die Finger bekam, aber nichts Schriftliches zustande brachte. Vielleicht war es das Kratzen der Feder auf dem Papier, oder später das Klappern der Tasten meiner elektrischen (!) Schreibmaschine, das den Wunsch weckte, Worte zu Papier zu bringen. Was man so schreibt, wenn man jung ist: Tagebuch, wenn das Leben gerade hart ist, den obligatorischen Pferdekrimi, sehr kurze Kurzgeschichten mit knallharter Botschaft und grauenhafte gereimte Gedichte, auch die mit ausgeprägtem Sendungsbewusstsein.

Aber der Reihe nach. Geboren 1958 in Schleswig Holstein verbrachte ich, als Tochter eines Bundeswehrsoldaten, meine ersten zwölf Jahre auf Wanderschaft, darunter drei prägende, den Blick weitende Jahre in den USA. Zurück in Deutschland besuchte ich das Gymnasium Wildeshausen bis zum Abitur. Mein Englisch-Lehrer war es, der mir, da ich der Sprache ja schon mächtig war, die kniffligeren Interpretations-Aufgaben zuwies und so eine Faszination am geschriebenen Wort weckte, am geschriebenen 'perfekten' Wort, die mich bis heute nicht verlassen hat.

Den sicheren Studienplatz Journalismus schlug ich aus und zog der Liebe wegen nach Hessen, wo ich ein paar Jahre im Reiseverkehrswesen arbeitete, bevor mein Mann und ich 1982 eine Buchhandlung in Niedernhausen am Rande des Taunus gründeten, die nach einem Umzug an einen besseren Standort innerhalb des Ortes auch zu florieren begann.

Allein, wenn im Frühjahr und im Herbst die Verlagsvorschauen und mit ihnen so an die achtzig Leseexemplare eintrafen, war das wie Weihnachten. Und es gab so wahnsinnig viel zu entdecken, ob es sich um das neueste Werk eines Lieblingsautors handelte oder einen vielversprechenden Erstling, ich las mit pflichtbewusster Leidenschaft, und wenn ich auf ein Buch stieß, das mich wirklich begeisterte, machte es ebensolchen Spaß, darüber zu sprechen, im Verkauf oder vorher mit den Vertretern, wie im entgegengesetzten Fall zu begründen, warum ich einen Titel für den allerletzten Schwachsinn hielt. Ja, die Urteile wurden mit der Zeit rigoroser, und manchmal schlich sich auch angesichts zu häufig wiederkehrender Themen eine gewisse Lesemüdigkeit ein, aber die Suche nach 'dem' Lieblingsbuch der Saison, das Thema und Sprache zu einem bewegenden Ganzen vereinte, blieb ungeheuer spannend.

Der Umgang mit Menschen als Kunden  war eine tägliche Herausforderung, der zu begegnen manchmal geradezu therapeutisches Geschick erforderte und eine Art dickfellige Gelassenheit, und auch wenn beides nicht immer gelang, der Gesprächsstoff war schier unerschöpflich.

Wo blieb da noch Zeit zum Schreiben? Schwierig, zumal ich zu der Zeit noch an Inspiration als Grundvoraussetzung glaubte und die Zweifel an dem Manuskript, an dem ich damals arbeitete, sich gerade zu einer regelrechten Schreibblockade auswuchsen, unter der ich sehr gelitten habe. Dann las ich eines Tages einen 120-Seiten Krimi und dachte, das würde ja wohl sogar ich schaffen können. Der Anfang war überaus zäh, ich merkte schnell, dass ich mit dem Umfang nicht hinkommen würde und fürchtete, schon wieder an einem "Großprojekt" zu scheitern. Bis zu diesem Tag unseres ersten Urlaubs in Ostfriesland. Ich saß unter einem Dachfenster, Wolkenungetüme jagten über einen knallblauen Himmel, ab und zu kündigte sich schon von fern ein Gänseschwarm an, ich hatte einen nagelneuen Laptop vor mir stehen und schrieb drauflos wie nie zuvor in meinem Leben, sechs Seiten Text, einfach so. Das ist mir nie wieder passiert, Standard sind ein bis zwei Seiten pro Tag, vier sind ein Schub, die sechs waren – Schicksal? Egal, der Knoten war geplatzt, und ich wusste, dass ich dieses Projekt beenden würde, komme, was da wolle.

Ich brauchte weitere drei Jahre. Mein Mann war gerade doch noch in den Schuldienst gewechselt, und wir stellten zwar Personal zu meiner Unterstützung ein, aber delegieren ist meine Sache nicht, und so beschränkte sich das Schreiben auf die Ferien und den gelegentlich geklauten Sonntag. Natürlich glaubte ich, dass sich die Verlage um mein Manuskript reißen würden, was nicht der Fall war, trotz vieler Empfehlungen von Verlagsvertretern. Nach den ersten herben Enttäuschungen lernte ich, damit umzugehen, beschränkte mich auf zwei bis drei Versuche im Jahr und schrieb unterdessen am zweiten Roman, begann mit dem dritten, bevor ich den zweiten auch nur einmal angeboten hatte. Das erwies sich als gute Idee, denn es erging mir nicht besser. Hätte ich nicht im Laufe der Zeit so viel Unterstützung und Ermunterung, manchmal von ganz unerwarteter Seite, erfahren, ich hätte wohl aufgegeben, es bei der Schubladenkarriere belassen. Aber manchmal zahlt sich Geduld eben doch aus ...

Mein Mann war kurz vor dem Ruhestand, mir steckten, bei aller Leidenschaft für den Beruf, sechsundzwanzig Jahre Selbständigkeit heftig in den Knochen, und so übergaben wir unsere Buchhandlung in schwungvollere Hände. Wir fanden ein wie für uns gemachtes Haus in Leer und bereiteten unseren Umzug vor, als der erlösende Anruf kam, der mir einen Verlagsvertrag bescherte.

Im April 2009 erschien bei Emons mein erster Roman "Hättest du geschwiegen, im März 2010 "Autorentod".

Im September 2011 folgte der Umzugs-Krimi: Marilenes dritter Fall "Spur nach Ostfriesland" führt nicht nur sie in die bezaubernd karge Landschaft Norddeutschlands.

Im Oktober 2013 ist "Wenn Ostfriesen sterben" erschienen - dies nun ein "echter" Ostfriesland-Krimi: Kaum umgezogen, wird Marilene in einen anfangs harmlos erscheinenden Fall verwickelt, doch bald überschlagen sich die Ereignisse. Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine Analphabetin - also ja, ein Buch mit einer Botschaft, aber ich schwöre, ich schwinge keine moralische Keule. Mir ging es darum, ein Thema aufzugreifen, das von den Betroffenen aus Scham verschwiegen, und von den Nichtbetroffenen wenig wahrgenommen wird. Spannung und Humor kommen dabei nicht zu kurz - versprochen.

Im Juli 2015 - ja, ich weiß, eine Schnellschreiberin wird nie aus mir werden, vielleicht, weil mir zu wichtig ist, was ich tue - ist "Götter für Ostfriesland" erschienen, ein Roman um Antikenhehlerei, ein illegales Kind und einen Stalker, der nicht aufgibt.